Eine Nierenkolik gehört zu den stärksten Schmerzen, die es gibt — und sie kommt fast immer ohne Vorwarnung. Bei Woman & Health klären wir ab, wo der Stein sitzt, wie groß er ist und ob er von selbst abgehen kann. Ebenso wichtig ist die Frage danach: Warum haben Sie Harnsteine gebildet, und wie verhindern wir den nächsten?
Eine Nierenkolik ist meist schmerzhaft, aber nicht gefährlich. Es gibt jedoch Konstellationen, die keinen Aufschub vertragen. Fahren Sie umgehend in eine urologische Notfallambulanz oder rufen Sie die Rettung, wenn zusätzlich zu Kolikschmerzen eines dieser Zeichen auftritt:
Alles andere — die abgeklungene Kolik, ein Zufallsbefund im Ultraschall, der Wunsch nach Vorbeugung — klären wir planbar in unserer Ordination in der Wiener Innenstadt ab.
Übersteigt die Konzentration bestimmter Substanzen im Harn die Löslichkeitsgrenze, kristallisieren sie aus. Aus den Kristallen wachsen über Wochen bis Jahre Steine (Urolithiasis, Harnsteinleiden). Sie können im Nierenbecken liegen bleiben, in den Harnleiter wandern oder sich in der Blase bilden. Wesentliche Risikofaktoren:
Die Steinart bestimmt, wie wir vorbeugen — deshalb ist die Analyse eines abgegangenen Steins so wertvoll.
Männer sind etwas häufiger betroffen, Steine sind aber keine Männererkrankung. Woman & Health ist auf Frauengesundheit spezialisiert — in der Urologie behandeln wir ausdrücklich auch männliche Patienten. Beim Mann prüfen wir zusätzlich die Prostata als Ursache von Restharn und Blasensteinen, bei Frauen unter anderem Senkungsbefunde und wiederkehrende Infekte.
Ein Stein macht Beschwerden, wenn er den Harnabfluss behindert. Solange er ruhig im Nierenbecken liegt, bleibt er oft jahrelang unbemerkt und wird zufällig im Ultraschall entdeckt.
Wandert er in den Harnleiter, entsteht die typische Nierenkolik: wellenförmig an- und abschwellender, sehr starker Flankenschmerz, der in Leiste, Hoden oder Schamlippen ausstrahlt. Betroffene sind unruhig und finden keine Position, die Linderung bringt. Häufig kommen Übelkeit und Erbrechen dazu. Weitere mögliche Zeichen:
Sichtbares Blut im Harn ist immer abklärungsbedürftig, auch wenn es nur einmal auftritt und schmerzlos bleibt. Es kann von einem Stein stammen — aber auch von einem Tumor. Diese Unterscheidung treffen wir mit Ultraschall, Harnzytologie und gegebenenfalls Blasenspiegelung.
Unsere Fachärztinnen und Fachärzte für Urologie führen die gesamte nicht-invasive Steinabklärung im Haus durch:
Bei akutem Flankenschmerz ist die Low-Dose-Computertomografie das Standardverfahren: Sie erfasst Steine unabhängig von ihrer Zusammensetzung, bestimmt Größe und Lage exakt und kommt dabei mit einer deutlich reduzierten Strahlendosis aus. Auch vor einer geplanten Steinentfernung ist sie meist die Grundlage der Planung. In der Schwangerschaft setzen wir keine Computertomografie ein, sondern arbeiten mit Sonografie und, wenn nötig, mit einer Magnetresonanztomografie (MRT). Die Bildgebung veranlassen wir gezielt und besprechen den Befund anschließend mit Ihnen.
Ob ein Stein spontan abgeht, hängt vor allem von Größe und Lage ab. Kleine Steine bis etwa fünf Millimeter gehen häufig von selbst ab, größere deutlich seltener. Je näher der Stein an der Blase liegt, desto besser die Chancen.
Konservatives Vorgehen bei kleinen Steinen ohne Infekt: ausreichende Trinkmenge, Bewegung, konsequente Schmerztherapie, medikamentöse Unterstützung des Steinabgangs und engmaschige Ultraschallkontrollen bei uns. Fangen Sie den Stein in einem Sieb auf.
Medikamentöse Auflösung ist bei Harnsäuresteinen möglich: Durch gezielte Anhebung des Harn-pH-Werts lösen sich diese Steine über Wochen häufig auf. Wir stellen den pH-Wert mit Ihnen zu Hause ein und kontrollieren den Verlauf.
Aktive Steinentfernung ist nötig bei Steinen, die nicht abgehen, bei anhaltendem Harnstau, bei Infekt, bei nicht beherrschbaren Schmerzen oder bei sehr großen Steinen. Diese Verfahren finden im Krankenhaus statt:
Unsere Rolle ist klar: Wir stellen die Indikation, koordinieren die Zuweisung und übernehmen die Nachbetreuung — inklusive Kontrolle nach Entfernung einer Harnleiterschiene, Ultraschall auf Reststeine und Einleitung der Rezidivprophylaxe.
Ohne Vorbeugung ist die Rückfallrate hoch. Genau hier setzt die Metaphylaxe an, die strukturierte Rezidivprophylaxe nach einem Steinereignis. Sie ist der Teil der Steinbehandlung, der am häufigsten vergessen wird — und der mit dem größten langfristigen Nutzen. Basismaßnahmen für alle Steinarten:
Steinspezifisch ergänzen wir gezielt: Alkalisierung des Harns bei Harnsäuresteinen, wo sie bestehende Steine tatsächlich auflösen kann, und bei Zystinsteinen, wo sie der Vorbeugung neuer Steine dient, bestehende Steine aber nicht auflöst; Oxalatreduktion bei entsprechendem Sammelharnbefund, Abklärung eines Nebenschilddrüsenproblems, konsequente Infektbehandlung bei Struvitsteinen, Beseitigung von Restharn bei Blasensteinen. Für Menschen mit wiederholten Steinen bieten wir einen Nierencheck mit Ultraschall- und Laborkontrollen in individuell festgelegten Abständen an.
Das hängt von Größe und Lage ab. Kleine Steine im unteren Harnleiter gehen oft innerhalb von ein bis vier Wochen ab. Bleibt ein Stein länger als etwa vier bis sechs Wochen liegen oder besteht ein anhaltender Harnstau, sollte er aktiv entfernt werden, weil sonst die Niere Schaden nehmen kann.
Während des akuten Schmerzanfalls nicht übermäßig — zusätzliche Flüssigkeit erhöht den Druck im gestauten System und kann die Kolik verstärken. Trinken Sie normal und nehmen Sie die verordneten Schmerzmittel. Die große Trinkmenge ist in der beschwerdefreien Zeit sinnvoll, zur Vorbeugung.
Nein, das ist ein verbreiteter Irrtum. Eine kalziumarme Ernährung erhöht das Steinrisiko sogar, weil weniger Oxalat im Darm gebunden wird und mehr davon in den Harn gelangt. Empfohlen ist eine normale Kalziumzufuhr über Lebensmittel; hochdosierte Präparate besprechen wir individuell.
Weil sich die Vorbeugung je nach Steinart deutlich unterscheidet. Ein Harnsäurestein wird anders behandelt als ein Kalziumoxalat- oder Infektstein. Fangen Sie den Stein in einem Sieb auf und bringen Sie ihn mit — schon ein reiskorngroßes Fragment reicht für die Analyse.
Ja. Eine Harnleiterschiene verursacht bei vielen Patientinnen und Patienten häufigen Harndrang, Flankenziehen beim Harnlassen und leichte Blutbeimengungen. Das ist typisch und meist gut zu lindern. Fieber, starke Schmerzen oder stärkere Blutungen sind dagegen ein Grund, sich umgehend zu melden.
Ja. Steine im Nierenbecken bleiben oft über Jahre stumm und werden zufällig im Ultraschall entdeckt. Ob ein solcher Stein behandelt oder beobachtet wird, hängt von Größe, Lage und Ihrer Lebenssituation ab.


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