Geschlechtskrankheiten

Geschlechtskrankheiten werden durch Übertragung von Viren, Protozoen (einzellige Parasiten), Bakterien sowie Pilzen verursacht. Für Geschlechtskrankheiten besteht, je nach Fall, für den diagnostizierenden Arzt eine gesetzliche Meldepflicht.

Die "klassischen" Geschlechtskrankheiten, in den letzten Jahren wieder im Ansteigen, sind:

Syphilis (auch Lues, harter Schanker, Franzosenkrankheit)

Syphilis wird durch das Bakterium Treponema pallidum verursacht und kann chronisch verlaufen.

Es kann durch oralen, vaginalen und analen Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person übertragen werden, die sich in einer ansteckenden Phase befindet.

Syphilis tritt unbehandelt in verschiedenen Stadien auf:

  1. Erste Zeichen und Symptome können im Zeitraum von einer Woche bis zu drei Monaten nach der Ansteckung auftreten, zum Beispiel rote Flecken, Knoten oder Geschwüre an der Eintrittspforte des Bakteriums. Sind die Flecken an Anus, Scheide oder im Rachen, dann bemerkt man sie oft nicht, denn sie tun in der Regel nicht weh. Die Krankheitszeichen verschwinden auch ohne Behandlung nach vier bis sechs Wochen wieder. Die Krankheit und deren Übertragbarkeit bleiben aber bestehen.
  2. Das zweite Stadium schliesst sich mehr oder weniger an das erste an und ist durch einen meist nicht juckenden Hautausschlag unterschiedlicher Art charakterisiert. Häufig sind die Handflächen und Fusssohlen betroffen. Auch grippeähnliche Symptome und Lymphknotenschwellungen, Haarausfall und andere Symptome können auftreten. Diese Symptome ver-schwinden ebenfalls ohne Behandlung von alleine wieder.
  3. Es folgt eine monate- bis jahrelange Phase, in der die Krankheit fortschreitet, ohne dass Symptome auftreten. Im ersten Jahr dieser Phase können Personen noch sporadisch auftretende Schäden von Haut und Schleimhaut aufweisen und sind dadurch potenziell noch ansteckend.
  4. Langfristig kann eine Syphilis zu schweren Schädigungen von Herz, Gehirn, Knochen, Haut und anderen Organen führen.

In allen Phasen kann es zu Schädigungen des Nervensystems kommen. Dies wird Neurosyphilis genannt.

Für den Syphilis-Test wird ein Abstrich untersucht oder ein Bluttest durchgeführt.

Syphilis wird mit Antibiotika behandelt. Wenn die Infektion rechtzeitig erkannt wird, ist sie heilbar.

Gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt muss überlegt wer- den, von wem die Infektion stammen und an wen sie bereits weitergegeben worden sein könnte. Diese Sexpartner und Sexpartnerinnen sollen über die Diagnose informiert werden, damit sie sich untersuchen und allenfalls behandeln lassen können.

In weiter bestehenden sexuellen Beziehungen muss erstens gleichzeitig behandelt und zweitens Safer Sex eingehalten werden. Das gilt bis beide geheilt sind, damit man sich nicht immer wieder von Neuem ansteckt.

Achtung: Wegen der möglicherweise bis zu drei Monaten dauernden Inkubationszeit, in der auch Labortests trotz einer Infektion noch negativ sein können, sollte eine Mitbehandlung der Partner auf jeden Fall überlegt werden.

Ohne Behandlung sind zu einem späteren Zeitpunkt schwerwiegende Gesundheitsprobleme möglich.

Gonorrhö (auch Gonorrhoe)

Gonorrhö, umgangssprachlich auch als Tripper bezeichnet, ist weltweit eine der häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Sie wird durch Bakterien (Neisseria gonorrhoeae, auch als Gonokokken bekannt) verursacht.

Die Infektion kann durch oralen, vaginalen und analen Geschlechtsverkehr übertragen werden.

Folgende Symptome sind typisch:

  • Ausfluss aus Vagina, Penis oder Anus, der ungewöhnlich riecht und manchmal eitrig aussieht
  • Schmerzen an der Scheide oder Eichel
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Jucken und Reizung am Anus
  • Halsschmerzen, Rötung und Reizung im Mund- und Rachenraum
  • Unregelmässige Blutungen ausserhalb der Menstruation

Frauen haben oft wenige bis keine Beschwerden, Männer haben in der Regel deutlichere Symptome.

Unbehandelt kann die Infektion bei Männern auf Prostata und Nebenhoden übergreifen. Bei beiden Geschlechtern kann die Infektion Unfruchtbarkeit zur Folge haben. Seltenere Komplikationen sind Entzündungen an Gelenken, Haut, Herz und Bindehaut.

Für den Gonorrhö-Test wird ein Abstrich der Schleimhaut untersucht oder ein Urin- oder Bluttest durchgeführt.

Die Infektion kann in der Regel mit Antibiotika geheilt werden. Wenn die Symptome trotz Behandlung andauern, muss man den Arzt oder die Ärztin konsultieren, denn das könnte ein Zeichen von Resistenzentwicklung sein und das muss untersucht werden.

Gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt muss überlegt wer- den, von wem die Infektion stammen und an wen sie bereits weitergegeben worden sein könnte. Diese Sexpartner und Sexpartnerinnen sollen über die Diagnose informiert werden, damit sie sich untersuchen und allenfalls behandeln lassen können.

In weiter bestehenden sexuellen Beziehungen muss erstens gleichzeitig behandelt und zweitens Safer Sex eingehalten werden. Das gilt bis beide geheilt sind, damit man sich nicht immer wieder von Neuem ansteckt.

Ohne Behandlung sind zu einem späteren Zeitpunkt Gesundheitsprobleme möglich.

Ulcus molle (weicher Schanker)

Wird durch ein Bakterium namens Haemophilus ducreyi verursacht. In unseren Gegenden ist diese Geschlechtskrankheit eher selten, häufiger ist dies in tropischen Gebieten wie Afrika, Asien und Amerika.

Es sind hauptsächlich Männer betroffen, bei Frauen verlaufen etwa die Hälfte der Infektionen asymptomatisch.

Nach einer Inkubationszeit von 3-5 Tagen kommt es an der Eintrittsstelle des Erregers (Eichel oder Schamlippen) zur Ausbildung einer Papel, die in den folgenden Tagen zu einem ovalen, weichen und sehr schmerzhaften Ulcus wird. Parallel liegt eine Schwellung der inguinalen Lymphknoten vor.

Der Verdacht ergibt sich aus dem klinischen Bild. Durch einen Abstrich aus dem Randbereich des Ulcus ist die Gewinnung von erregerhaltigem Material möglich.

Therapiert wird die Erkrankung mit Antibiotikum.

Lyphogranuloma venerum (auch Venerisches Granulom)

Diese Geschlechtskrankheit ist eine eher seltene Sonderform einer Chlamydieninfektion (Serovare L1-L3). Die häufigste klinische Manifestation ist eine eitrige Entzündung der Lymphknoten (Lymphadenopathie). Sie zeigt sich durch eine vorübergehende primäre Hautläsion sowie eine eitrige Entzündung der Lymphknoten (Lymphadenitis) und Lymphbahnen (Lymphangitis) in der Leisten- und Oberschenkelgegend.

Zu den Komplikationen zählen eine Störung des Lymphabflusses (Ödeme bis genitale Elephantiasis), Fistelbildung und Entzündung der Rektumschleimhaut. (Proktitis)

Die Diagnose wird klinisch sowie durch serologische und Immunfluoreszenztests gestellt. Die Therapie erfolgt mit Antibiotika .

Oft sehr viel schwieriger zu behandeln sind:

Hepatitis B

Verläuft meist akut und ist eine der Hauptursachen (neben Hepatitis C) für chronische Lebererkrankungen. Mögliche Spätfolgen sind Leberzellkarzinom und Leberzirrhose. Eine vorbeugende Impfung ist sehr wichtig.

Herpes genitalis

Entspricht einer Infektion von Herpes simplex auf den Geschlechtsorganen und wird mittels Injektionen und Medikamenten behandelt. Der Virus schlummert lebenslang im Körper.

Chlamydien Infektionen

Sind die Ursache von mehr als 100.000 Fällen von Unfruchtbarkeit in Deutschland. Die Bakterien lösen Erkrankungen der Schleimhäute im Bereich der Augen, Atemwege und Genitalien aus und führen zu Eileiterschwangerschaften, Unfruchtbarkeit,

Chlamydien sind Bakterien und gehören zu den am häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Basierend auf Zahlen aus Deutschland kann man von ca. 30.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Österreich ausgehen. Frauen und Männer können diese Bakterien im Intimbereich in sich tragen und somit andere anstecken. Meistens machen Infektionen mit Chlamydien keine Beschwerden.

Etwa 7 von 10 infizierten Frauen und 5 von 10 infizierten Männern haben keine Symptome und merken daher von der Infektion nichts. Selten können bei einer Frau ungewöhnlicher Ausfluss aus der Scheide, Zwischenblutungen, Blutungen direkt nach dem Verkehr oder Schmerzen beim Wasserlassen auf eine mögliche Infektion hindeuten. 

Eine Infektion mit Chlamydien kann zu langfristigen Folgen wie Eileiter-, Eierstockentzündung oder Unfruchtbarkeit führen (das passiert bei ungefähr 4 von 10 infizierten Frauen). Wird die Infektion jedoch rechtzeitig erkannt, kann sie gut mit Antibiotika behandelt werden. Die Infektion kann auch ohne Behandlung und ohne schwere Folgen ausheilen. Keiner kann jedoch vorhersagen, ob eine Infektion von alleine ausheilen oder zu schweren Folgeerkrankungen führen wird.

Jeder sexuell aktive Mensch kann sich mit Chlamydien anstecken. Junge Frauen sind besonders oft von einer Infektion betroffen (ca. 4 bis 10 von 100).

Der "Chlamydien-Test" wird aus einem Abstrich durchgeführt, den Ihr/e Frauenarzt/ärztin zusätzlich zum Abstrich für die "Gebärmutterhalskrebsvorsorge" aus der Scheide entnimmt. Die Abnahme des Abstrichs dauert wenige Sekunden und ist praktisch schmerzfrei.

Falls eine Chlamydieninfektion vorliegt, wird diese mit Antibiotika behandelt. Die verwendeten Medikamente sind gut verträglich, selten treten Nebenwirkungen wie Erbrechen und Durchfall auf. Die Infektion heilt dann in der Regel folgenlos aus. Ein Kontrollabstrich sollte dann nach einigen Monaten durchgeführt werden.

 Ebenso muss auch Ihr Partner behandelt werden, da er auch infiziert sein kann. Sonst kann es nach Abschluss Ihrer Behandlung zu einer Neuinfektion durch Ihren Partner kommen..

Die OEGGG empfiehlt in Übereinstimmung mit der Deutschen S2k Leitlinie (AWMF) eine Testung auf Chlamydien bei:

  1.  Asymptomatischen sexuell aktiven Frauen < 25. Geburtstag im Rahmen der jährlichen Früherkennungsuntersuchung
  2. asymptomatischen Frauen mit anamnestischen Risiken zwischen dem 25. und 30. Geburtstag  (neuer bzw. mehrere Sexualpartner, vordiagnostizierte STD-einschließlich behandelter Chlamydieninfektion, etc.)
  3. Symptomatische Frauen mit z.B.
    • mittzyklischen oder postkoitalen Blutungen,
    • unklaren Unterbauchschmerzen,
    • einem auffälligen Nativpräparat mit Leukozytose,
    • putridem zervikalen Ausfluss,
    • Zeichen einer Zystitis bzw. Urethritis mit Leukozytose im Urin, aber ohne signifikanten Bakteriennachweis
  4. Schwangeren Frauen im Rahmen der Mutter-Kind-Pass Untersuchungen im 1. oder 2.Trimenon

Trichomonaden

Wird durch einen mikroskopisch kleinen Parasiten übertragen. Die Krankheit verursacht bei der Frau Entzündungen mit gelblichem Scheidenausfluss. Oft ist die Harnröhre befallen, die Infektion führt zu einer erhöhten Infektionsgefahr mit HIV, da winzige Verletzungen der Scheidenschleimhaut dem HI Virus leichter Zutritt verschaffen. Die Verletzungen/Narben bleiben lebenslang bestehen und die Betroffene ist dauerhaft für das HI Virus empfänglicher und gibt es auch leichter weiter.

Filzlausbefall

Der Stich der Filzlaus (1-1,5 mm groß) verursacht Juckreiz und blaue Verfärbung der befallenen Körperpartie. Der Parasit lebt in den Schamhaaren (selten Achselhaare) und lässt sich mit verschiedenen Medikamenten oder der kompletten Rasur von Scham- und Achselhaaren entfernen.

HPV (Humane Papillom Viren)

Auslöser des Gebärmutterhalskrebses, mittlerweile in 150 Typen eingeteilte Gruppe von DNA Viren. Sie befallen Schleimhäute und Haut. Es beginnt ein tumorartiges Wachstum und es folgt eine Warzenbildung. Im Gebärmutterhals können bösartige Gewächse folgen.

Es ist anzumerken, dass es eine Vielzahl von weiteren Geschlechtskrankheiten gibt, die hier nicht angeführt sind. Bei Beschwerden konsultieren Sie bitte unsere Experten.

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