Bei einer Überfunktion produziert die Schilddrüse zu viele Hormone. Der Stoffwechsel läuft dauerhaft im höchsten Gang: Das Herz schlägt schneller, der Körper schwitzt, die Nerven liegen blank – und das Gewicht sinkt, obwohl der Appetit steigt.
Anders als die Unterfunktion macht sich die Überfunktion meist deutlich bemerkbar. Sie gehört rasch abgeklärt, weil vor allem das Herz auf Dauer darunter leidet.
Herzklopfen, Nervosität und Schlafprobleme werden fast reflexhaft dem Stress zugeschrieben. Bei einer Überfunktion hält das Muster aber an, auch wenn sich die Lebensumstände beruhigen – und es kommen Wärmeempfindlichkeit, Zittern und Gewichtsverlust dazu.
Wenn Sie sich hier wiederfinden, ist die Abklärung schnell erledigt: ein Bluttest genügt für die erste Antwort. Ein unterdrücktes TSH bei erhöhtem fT4 oder fT3 sichert die Diagnose.

Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung: Antikörper (TRAK) stimulieren die Schilddrüse dauerhaft. Sie betrifft überwiegend jüngere Frauen. In manchen Fällen sind auch die Augen beteiligt – sie treten hervor, brennen oder tränen. Das nennt man endokrine Orbitopathie und behandeln wir gemeinsam mit einer Augenärztin oder einem Augenarzt.
Die Autonomie entsteht, wenn sich Bezirke der Schilddrüse der übergeordneten Steuerung entziehen und unabhängig Hormone produzieren – oft in Form eines „heißen“ Knotens. Sie betrifft eher ältere Menschen und entwickelt sich langsam. Näheres unter Schilddrüsenknoten und Struma.
Seltener stecken eine vorübergehende Entzündung, eine zu hohe L-Thyroxin-Dosis oder jodhaltige Medikamente und Kontrastmittel dahinter.
Zuerst wird die Hormonproduktion mit Thyreostatika gebremst. Sie wirken nicht sofort, weil die Schilddrüse zunächst noch von ihrem Speicher lebt – gegen Herzklopfen und Unruhe helfen in dieser Zeit Betablocker.
Bei Morbus Basedow versucht man zunächst eine Therapie über etwa zwölf bis achtzehn Monate. Danach bleibt bei einem Teil der Patientinnen die Erkrankung dauerhaft ruhig. Kommt sie zurück oder liegt eine Autonomie vor, ist eine dauerhafte Lösung sinnvoll: Radiojodtherapie oder Operation.
Wann Sie nicht abwarten sollten
Suchen Sie bitte rasch ärztliche Hilfe – außerhalb unserer Öffnungszeiten die Notaufnahme –, wenn zu einer bekannten oder vermuteten Überfunktion Folgendes hinzukommt:
Diese Kombination kann auf eine thyreotoxische Krise hinweisen. Sie ist selten, aber ein Notfall.
Auf jodiertes Speisesalz und normale Lebensmittel müssen Sie nicht verzichten. Meiden sollten Sie hochdosierte Jodpräparate, Algen- und Seetangprodukte sowie – nach Rücksprache – jodhaltige Röntgenkontrastmittel. Sagen Sie vor einer Computertomographie bitte immer, dass eine Überfunktion besteht.
Die Blutwerte bessern sich meist innerhalb von zwei bis sechs Wochen, das Befinden folgt oft etwas später. Gegen Herzklopfen und Zittern wirken Betablocker dagegen schon nach wenigen Tagen.
Ja, sie sollte aber vorher gut eingestellt sein, und die Wahl des Medikaments ändert sich in der Schwangerschaft. Bitte planen Sie das mit uns gemeinsam – siehe auch Schilddrüse in Schwangerschaft und Stillzeit.
Ihren Termin im Woman & Health Schilddrüsenkompetenz-Zentrum vereinbaren Sie bitte telefonisch. Wir klären vorab, welche Befunde Sie mitbringen sollten, und finden den passenden Termin an einem unserer beiden Standorte im 1. Bezirk.
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