Die Schilddrüse ist einer der häufigsten und zugleich am leichtesten korrigierbaren Faktoren bei unerfülltem Kinderwunsch. Eine auch nur leichte Unterfunktion kann den Eisprung stören, den Zyklus verlängern und das Risiko für eine frühe Fehlgeburt erhöhen.
Das Gute daran: Der Test ist eine einfache Blutabnahme, und die Korrektur ist meist eine kleine Tablette am Morgen.
Im Alltag gilt ein TSH bis etwa 4 mU/l als normal. Bei Kinderwunsch ziehen wir die Grenze deutlich enger und streben einen Wert unter 2,5 mU/l an.
Der Grund liegt in den ersten Schwangerschaftswochen: Das Kind bildet erst ab der zwölften Woche eigene Schilddrüsenhormone. Bis dahin ist es vollständig auf die Mutter angewiesen – und zwar in einer Phase, in der sich das Nervensystem anlegt. Ein Vorrat, der für Sie ausreicht, kann für zwei zu knapp sein.
Wir bestimmen TSH und fT4 sowie die TPO-Antikörper. Der Ultraschall zeigt ergänzend, ob die Schilddrüse strukturell auffällig ist.
Liegt das TSH über dem Zielwert, beginnen wir mit einer niedrigen Dosis L-Thyroxin und kontrollieren nach vier bis sechs Wochen. In der Regel ist der Wert dann dort, wo er sein soll – ohne dass Sie davon etwas spüren.

Etwa jede zehnte Frau hat TPO-Antikörper, ohne je Beschwerden gehabt zu haben. Für den Kinderwunsch sind sie trotzdem relevant: Frauen mit nachweisbaren Antikörpern haben ein höheres Risiko für eine frühe Fehlgeburt und für eine Unterfunktion im Verlauf der Schwangerschaft – auch dann, wenn das TSH aktuell normal ist.
Wir behandeln deshalb nicht die Antikörper, kontrollieren aber engmaschiger und greifen früher ein, wenn das TSH zu steigen beginnt.
Wenn Sie eine Kinderwunschbehandlung planen
Vor einer IVF oder ICSI sollte die Schilddrüse eingestellt sein. Die hormonelle Stimulation belastet sie zusätzlich, und ein Zyklus, der an einem leicht erhöhten TSH scheitert, ist unnötig verlorene Zeit. Bringen Sie Ihre Schilddrüsenwerte daher am besten schon zum Planungsgespräch mit.
Auch bei Männern kann eine ausgeprägte Schilddrüsenfunktionsstörung die Spermienqualität beeinträchtigen. Das ist deutlich seltener der entscheidende Faktor, gehört bei längerem unerfülltem Kinderwunsch aber in die Abklärung – und ist ebenso einfach zu testen.
Für den Alltag nicht, für einen Kinderwunsch liegt der Wert aber über dem Zielbereich. Meist genügt eine niedrig dosierte Tablette, um ihn unter 2,5 zu bringen. Wir kontrollieren dann nach vier bis sechs Wochen.
Das hängt vom Ausgangsbefund ab. Wurde die Therapie nur wegen der Schwangerschaft begonnen und liegen keine Antikörper vor, kann sie danach oft wieder beendet werden. Bei Hashimoto bleibt sie in der Regel bestehen. Wir kontrollieren einige Wochen nach der Geburt und entscheiden gemeinsam.
Der Jodbedarf steigt in der Schwangerschaft deutlich. Die meisten Schwangerschaftsvitamine enthalten daher Jod, was in dieser Dosis sinnvoll ist. Bei bekannter Hashimoto-Thyreoiditis besprechen wir das individuell.
Ihren Termin im Woman & Health Schilddrüsenkompetenz-Zentrum vereinbaren Sie bitte telefonisch. Wir klären vorab, welche Befunde Sie mitbringen sollten, und finden den passenden Termin an einem unserer beiden Standorte im 1. Bezirk.
Diese Webseite verwendet Cookies. Marketing-Cookies werden erst mit Ihrer Zustimmung verwendet, unsere Website ist werbefrei. Nähere Details finden Sie unter Datenschutz.