Haarausfall (Diffuses Effluvium) bei Frauen

Der Haarausfall bei Frauen stellt aufgrund seiner enormen psychischen Belastung der Betroffenen und seiner vielfältigen Ätiologie eine Herausforderung für Arzt und Patientin dar.

Die 3 Säulen bei der Ursachenforschung des Haarausfalls sind Anamnese, Klinik inklusive Haaranalyse und Laboruntersuchungen.

Es werden natürlicherweise (physiologische) auftretende Effluvien von toxisch und stoffwechselbedingten Effluvien unterschieden.

    Physiologischer Haarausfall

      Pubertät: Durch die beginnende Produktion von männlichen Geschlechtshormonen kann in der Pubertät Haarausfall verursacht werden, der jedoch selten von bedeutsamer Intensität ist. 

      Nach einer Schwangerschaft: Durch die hormonelle Situation während einer Schwangerschaft verbleiben mehr Haare verankert. Nach der Geburt verliert man diese überschüssigen Haare wieder, was sich ab der 8. Woche bemerkbar macht. Ein ähnliches Phänomen tritt manchmal nach Absetzen der "Pille" auf.

      Androgen-Effluvium: Hier führt die Umwandlung von dickem Kopfhaar in dünne, kurze Lanugohärchen zu einer Lichtung des Haarbestandes. Verantwortlich ist eine Überempfindlichkeit des Haarbildungsapparates gegenüber männlichen Sexualhormonen, die auch bei Frauen auftritt. 

      Bei Männern und Frauen reagiert der Haarboden auf Sexualhormone, und es kommt zu einem Schrumpfen der haarproduzierenden Haarbälge. Diese Form des Haarausfalls betrifft Frauen relativ oft und zeigt sich dann meist durch Ausdünnen entlang des Scheitels.

      Seniles Effluvium: Im Rahmen des natürlichen Alterungsprozesses kommt es zum Dünnerwerden der Haare und zu einer langsamen Abnahme ihrer Zahl.

        Toxisch und stoff­wechsel­bedingter Haarausfall

          Das Haarwachstum ist durch eine hohe Stoffwechselaktivität gekennzeichnet. Toxische Einflüsse und Stoffwechselstörungen führen zu einer Verdünnung und vermehrtem Ausfall der Haare. 

          Die Ursachen können entweder episodischer (schwerer Blutverlust, hohes Fieber, Schock, forcierte Diäten, Medikamente etc.) oder dauerhafter Natur sein (Eisenmangel, Eiweißmangelernährung, Vitaminmangel, hormonelle Erkrankungen etc.).  

          Bei sehr schweren Vergiftungen oder Chemotherapie kann der gesamte Haarbestand ausfallen. Selbst diese massive Störung des Haarwachstums ist nach Ausbleiben der auslösenden Faktoren reversibel.

            Behandlung

              Falls ein Eisen-, Vitamin- oder Hormonmangel besteht, kann dieser substituiert werden. Infektionen müssen mit entsprechenden Antibiotika behandelt werden. Bei Mangelzuständen durch Diätfehler ist eine Ernährungsberatung und eventuell kombinierte Psychotherapie sinnvoll.

              Begleitend können speziell haarstärkende Präparate (Spurenelemente) verabreicht werden.

                Medikamentöse Behandlung:

                  • Minoxidil: (Handelsbezeichnung: Regaine Frauen) wird als Lotion zweimal täglich aufgetragen und fördert das Haarwachstum. Die Erfolgsraten sind hoch, allerdings muss für dauerhaften Erfolg das Mittel ein Leben lang aufgetragen werden.
                  • Bei Verhütung mit der Pille sind „hormonhemmende“ Kombinationen möglich, z.B Dienogest mit Ethinylestradiol. Nach der Menopause eignen sich Chlormadinon oder Cyproteron.

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