Ungewollter Harnverlust ist häufig, belastend und wird selten angesprochen. Genau diese Sprachlosigkeit wollen wir durchbrechen — denn Harninkontinenz ist in den allermeisten Fällen gut behandelbar. Bei Woman & Health in Wien klären wir ab, welche Form bei Ihnen vorliegt, und finden gemeinsam den Weg, der zu Ihrem Leben passt.
Harninkontinenz bezeichnet jeden unwillkürlichen Harnverlust. Das reicht von wenigen Tropfen beim Niesen bis zum vollständigen Verlust der Blasenkontrolle. Medizinisch ist nicht die Menge entscheidend, sondern der Leidensdruck: Wenn Sie Ihren Alltag danach ausrichten, wo die nächste Toilette ist, welche Kleidung Sie tragen oder ob Sie überhaupt außer Haus gehen, ist das ein guter Grund, sich untersuchen zu lassen.
Genau hier liegt das Problem: Viele Betroffene sprechen jahrelang mit niemandem darüber. Inkontinenz gilt als Tabuthema, wird als unvermeidbare Alterserscheinung abgetan oder mit Scham verbunden. Die Folgen sind Rückzug aus Sport und Sozialleben, weniger Bewegung, Schlafstörungen und im Extremfall soziale Isolation. Unsere zentrale Botschaft ist deshalb eine einfache: Sprechen Sie es an. Inkontinenz ist meistens gut behandelbar — und in vielen Fällen genügen dafür konservative Maßnahmen ohne Operation.
Woman & Health ist auf Frauengesundheit spezialisiert — in der Urologie behandeln wir ausdrücklich auch männliche Patienten. Harninkontinenz beim Mann hat andere häufige Ursachen als bei der Frau, ist aber ebenso behandelbar und wird ebenso selten angesprochen.
Die Unterscheidung der Form ist der wichtigste Schritt, denn davon hängt die gesamte Behandlung ab. Die beiden häufigsten Formen sind Belastungsinkontinenz und Dranginkontinenz.
Bei Frauen ist der Beckenboden die zentrale Struktur. Er trägt Blase, Gebärmutter und Enddarm und ist maßgeblich am Verschluss der Harnröhre beteiligt. Häufige Ursachen und Risikofaktoren sind:
Auch Medikamente spielen eine Rolle: Entwässernde Mittel, bestimmte Blutdruckmedikamente, Beruhigungsmittel und Antidepressiva können die Blasenkontrolle verschlechtern. Wir sehen uns Ihre Medikamentenliste deshalb immer genau an.
Beim Mann übernimmt die Prostata einen Teil der Verschlussfunktion. Die häufigsten Ursachen für Harninkontinenz sind daher:
Unsere Urologinnen und Urologen betreuen Männer sowohl in der Phase unmittelbar nach der Operation als auch dann, wenn der Harnverlust nach einem Jahr weiter besteht und weitergehende Optionen zu besprechen sind.
Unser Ziel ist es, mit möglichst wenigen und möglichst wenig belastenden Untersuchungen zur richtigen Diagnose zu kommen. Der Weg sieht in der Regel so aus:
Fast jede Behandlung beginnt konservativ. Das ist keine Verzögerungstaktik, sondern entspricht den Leitlinien — der Nutzen ist gut belegt und das Risiko gering.
Konservativ und verhaltensbezogen: - Beckenbodentraining unter Anleitung, bei Bedarf mit Biofeedback oder Elektrostimulation - Blasentraining und Toilettenplan bei Drangbeschwerden - Anpassung von Trinkmenge und Trinkzeitpunkten, Reduktion von Koffein und Alkohol - Gewichtsreduktion, Behandlung von chronischem Husten und Verstopfung - Lokale Östrogentherapie bei Frauen nach den Wechseljahren - Pessare und Hilfsmittel, insbesondere bei gleichzeitiger Senkung
Medikamentös: - Anticholinergika und Beta-3-Agonisten bei überaktiver Blase und Dranginkontinenz - Duloxetin in ausgewählten Fällen bei Belastungsinkontinenz — bei Frauen für die mittelschwere bis schwere Form zugelassen, bei Männern off-label. Psychische Nebenwirkungen und Absetzphänomene sind möglich, deshalb setzen wir es nur nach sorgfältiger Abwägung ein und nicht als Heilungsoption - Anpassung oder Umstellung von Medikamenten, die die Blase belasten
Interventionell und operativ: - Botulinumtoxin-Injektion (Botox) in den Blasenmuskel bei therapieresistenter Dranginkontinenz - Sakrale Neuromodulation (Blasenschrittmacher) - Spannungsfreie Bänder (TVT, TOT), Kolposuspension oder Bulking Agents bei Belastungsinkontinenz der Frau - Männliche Schlingensysteme oder artifizieller Schließmuskel nach Prostataoperation
Was davon in unserer Ordination erfolgt und wofür wir Sie an ein kooperierendes Zentrum weiterleiten, besprechen wir offen und frühzeitig. Abklärung, Indikationsstellung, konservative Therapie und Nachbetreuung liegen in jedem Fall bei uns.
Weil sich Diagnostik und Therapie deutlich unterscheiden, haben wir den beiden häufigsten Formen eigene Seiten gewidmet:
Bei Mischinkontinenz gilt: Wir behandeln zuerst die Komponente, die Sie stärker belastet, und beurteilen dann neu. Häufig bessert sich der zweite Anteil mit.
Sie brauchen keine fertige Diagnose, um zu uns zu kommen — es genügt, dass Sie etwas stört. Ein Miktionstagebuch über zwei bis drei Tage und eine Liste Ihrer Medikamente sind die beste Vorbereitung; bringen Sie außerdem vorhandene Vorbefunde, Operations- und Geburtsberichte mit.
Woman & Health ist eine Wahlarztordination mit zwei Standorten im 1. Wiener Gemeindebezirk, Laurenzerberg 2 und Stock-im-Eisen-Platz 3. Termine vereinbaren Sie über unsere Online-Terminvereinbarung oder telefonisch unter +43 1 5333 654.
Sobald es Sie stört. Es gibt keine Mindestmenge und keine Mindestdauer, ab der eine Abklärung „gerechtfertigt“ wäre. Je früher Sie kommen, desto größer ist die Chance, dass konservative Maßnahmen allein ausreichen.
Nein. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu, aber Harnverlust ist keine zwangsläufige Folge des Älterwerdens und kein Zustand, den man hinnehmen muss. Auch bei Menschen über 80 lässt sich mit gezielter Therapie in der Regel eine deutliche Besserung erreichen.
Nicht in jedem Fall. Bei klarem Beschwerdebild und eindeutiger Basisdiagnostik können wir häufig ohne Urodynamik konservativ behandeln. Notwendig wird sie vor allem bei widersprüchlichen Befunden, bei Mischinkontinenz, nach vorangegangenen Operationen, bei neurologischer Grunderkrankung und vor einem geplanten Eingriff.
Nein. In den ersten Monaten nach der Operation ist Harnverlust häufig und bessert sich bei vielen Männern deutlich, besonders mit konsequentem, angeleitetem Beckenbodentraining. Bleibt er darüber hinaus bestehen, gibt es wirksame weitere Optionen — von Medikamenten über Schlingensysteme bis zum artifiziellen Schließmuskel.
Ja, wenn auch anders als bei der Belastungsinkontinenz. Ein gezielt angesteuerter Beckenboden kann einen aufkommenden Harndrang dämpfen und so das Aufschieben erleichtern. In Kombination mit Blasentraining ist das eine der wirksamsten konservativen Maßnahmen bei überaktiver Blase.
Ja, ausdrücklich. Der Name unseres Zentrums beschreibt unseren fachlichen Schwerpunkt, nicht unsere Zielgruppe: In der Urologie betreut unser Team Patientinnen und Patienten gleichermaßen — von der Abklärung über die konservative Therapie bis zur Anbindung an ein Zentrum, wenn eine Operation infrage kommt.


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