Eine nicht immer einfache Diagnose:

Harnwegsinfekte bei Frauen

Unter Harnwegsinfekten versteht man durch Bakterien verursachte Infektion der Harnwege. Die Erreger stammen oft aus der eigenen Darmflora, werden durch Schmierinfektion übertragen und wandern die bei Frauen sehr kurze Harnröhre hinauf und verursachen eine Blaseninfektion.

Unkomplizierte Harnwegsinfekte gehören zu den häufigsten bakteriellen Erkrankungen und führen oft zu Arztbesuchen.

Von einem unkomplizierten Infekt spricht man dann, wenn keine wesentlichen funktionellen oder anatomischen Störungen, keine Nierenfunktionsstörungen und relevanten Begleiterkrankungen sowie keine Schwangerschaft vorliegt.

Mit der Diagnostik unkomplizierter Harnwegsinfekte sollte geklärt werden, ob tatsächlich eine Infektion vorliegt, aber auch durch welche Erreger diese gegebenenfalls ausgelöst wird und wie diese behandelt werden kann.

Patientengruppen

Relevant ist auch welche Patientengruppe betroffen ist:

Junge oder ältere Frauen, schwangere Frauen, Frauen, die häufig von Infekten betroffen sind oder Frauen mit Begleiterkrankungen wie zum Beispiel Diabetes.

Die Diagnostik, ausgehend von der individuellen Krankengeschichte der Patientin, umfasst eine Harnanalyse, eine Harnkultur, eine klinische Begutachtung sowie einen Ultraschallbefund von Niere und Blase und kann jedoch auch bei entsprechendem Befund eine Blasenspiegelung sowie weiterführende Untersuchungen einschließen.

Aufgrund der zunehmenden Antibiotikaresistenzen wurde die Therapiewahl komplizierter und sollte sorgfältig und unter individueller Berücksichtigung möglicher Neben- und Wechselwirkungen getroffen werden.

Eine Entscheidungsfindung zur geeigneten Therapie ist zusammen mit der Patientin zu überlegen  und kann nach den aktuellen Leitlinien auch nur eine symptomatische Therapie ohne Antibiotikagabe sowie unterstützend auch die Anwendung von pflanzlichen Mitteln umfassen.

Bei häufig wiederkehrenden Infekten gibt es zahlreiche Verfahren und Maßnahmen, die nach entsprechender Diagnostik und Aufklärung neben der Antibiotikalangzeit und Einmalprophylaxe eingesetzt werden können.

Ausgeschlossen werden  muss zunächst, ob es eine Ursache gibt, die den Infekt immer wieder aufflammen lässt wie zum Beispiel Infektsteine, ein Blasentumor oder eine zu enge Harnröhre.

So kann nach entsprechender Indikationsstellung auch eine Therapie mit Phytotherapeutika, Immunprophylaxe (in Form von Tabletten oder Injektionen) und Blaseninstillationen (mit zum Beispiel Gykosaminglykanen) erfolgen.

Diskutiert wird aktuell auch die Wirkung von Vitamin D, welches für das Immunsystem sehr wichtig ist.

Bei der Prävention der wiederkehrenden Infekte sollten auf jeden Fall zunächst nicht antibiotische Strategien sondern zuvor  individuelle Beratung, Immuntherapie und oben genannte Verfahren versucht werden.

Häufige Ursachen von Harnwegsinfekten

Die Verschleppung der Bakterien kann entweder durch zu viel oder unzureichende Intimhygiene oder durch intensiven Geschlechtsverkehr (engl. "Honeymoon-Cystitis", also Flitterwochen-Harnwegsinfekte) gefördert werden. 

Weitere Ursachen sind Infektionen in Krankenhäusern, die durch Blasenkatheter ausgelöst werden.

Die Symptome von Harnwegsinfekten sind je nach Lebensalter sehr unterschiedlich. Säuglinge und Kleinkinder können mit Fieber oder erneutem Einnässen reagieren. Erwachsene empfinden Schmerzen beim Wasserlassen oder Harndrang ohne Blasenentleerung, bei Nierenbeckenentzündung auch Fieber und pochenden Schmerzen im Nierenbereich. 

Eine Diagnose wird meist mit Urinteststreifen gestellt. Auch weisse Blutkörperchen im Urin (Laboruntersuchung) zeigen eine Entzündung an.

Behandlung von Harnwegsinfekten

Die Behandlung erfolgt häufig mit Antibiotika. Bei komplizierteren Formen der Erkrankung (Infektion im Krankenhaus, bei Veränderungen des Harntraktes, Nierenfunktionsstörungen) ist eingehende Untersuchung notwendig um Langzeitschäden zu verhindern.

Chronischer Harnwegsinfekt muss über mehrere Wochen antibiotisch behandelt werden. Liegt eine Abflussstörung vor, so muss diese eventuell operativ behandelt werden.

Die wichtigsten Vorbeugemaßnahmen sind ausreichende Flüssigkeitszufuhr (zur regelmäßigen „Durchspülung“ der Harnwege) und richtiges hygienisches Verhalten (Abwischen immer von vorne nach hinten; unmittelbares Harnlassen nach dem Geschlechtsverkehr). Eine Übertreibung der Intimhygiene (Seifen, Desinfektionsmittel) kann den natürlichen Schutz zerstören.

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