Wie ein kleiner Knoten Leben verändert:

Brustkrebs

Denken Sie an sieben Ihrer Freundinnen. Entweder eine von ihnen – oder Sie selbst – werden rein statistisch an Brustkrebs erkranken, denn jede 8. Frau in Österreich ist im Laufe ihres Lebens betroffen. Das klingt hart, aber zum Glück verläuft die Erkrankung in vielen Fällen positiv. Schließlich sind die meisten Brustveränderungen gutartig. Sind Sie es nicht, so ist die Früherkennung immens wichtig, um das Leben von Betroffenen zu retten. Was Sie selbst dazu beitragen können und wie wir Ihnen helfen, erfahren Sie hier.

Wie wird Brustkrebs erkannt?

Brustkrebs entsteht in 90 bis 95 % der Fälle spontan. Nur etwa 5 bis 10 % liegt eine genetische Veränderung (v.a. in den Brustkrebsgenen BRCA1/2) zugrunde. Neben der monatlichen Selbstuntersuchung der Brust und der jährlichen Kontrolle beim Frauenarzt ist das Mammographie-Screening der dritte wesentliche Eckpfeiler in der Früherkennung von Brustkrebs.

„Hilfe zur Selbsthilfe gilt auch bei Brustkrebs. Darum zeige ich meinen Patientinnen, wie sie sich selbst richtig abtasten.“

Ass. Prof.in Dr.in Daphne Gschwantler-Kaulich

Wie wird Brustkrebs behandelt?

Wird Brustkrebs diagnostiziert, teilt sich die Behandlung im Wesentlichen in drei Teile auf:

1. Entfernung des Tumors

Der erste und vorab wichtigste Schritt ist die Entfernung des Tumors durch eine Operation.

Wie erhalten wir die Brust?

In mehr als 2/3 der Fälle ist eine brusterhaltende Operation möglich. Dabei kommen spezielle onkoplastische Techniken zum Einsatz, die den durch die Tumorentfernung entstandenen Defekt kosmetisch reparieren.

Muss der gesamte Drüsenkörper der betroffenen Brust entfernt werden, kann meist während der Operation die Brust wiederhergestellt werden. Das gelingt mit hautsparenden Techniken und häufig mit Hilfe von Silikonimplantaten. Durch neue Methoden, wie die dual-plane Technik mit oder ohne Einsatz eines Netzes (zB TiLoop oder Strattice), kann bei hautsparenden Brustentfernungen auf einen Expander verzichtet werden. Dadurch können wir mit einem Fiximplantat die Brust rekonstruieren. Außerdem kann entschieden werden, ob das Implantat auf oder unter dem Brustmuskel liegt. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile, die wir während eines ausführlichen Beratungsgesprächs individuell klären. Anhand von Illustrationen und Bildern fällen wir dann gemeinsam die Entscheidung.

Bei Patientinnen, die keinen Brustaufbau wünschen, kann über die richtige Schnittführung und die Einlage einer Prothese in den BH ein schönes Dekolleté erhalten bleiben.

Untersuchung der Lymphknoten in der Achselregion

In derselben Operation untersuchen wir die axillären Lymphknoten auf Ansiedelungen von Tumorzellen. Diese Untersuchung erfolgt nach dem sogenannten „Sentinelkonzept". Es wird hierbei der erste Lymphknoten im Abflussgebiet der Brust (Wächterlymphknoten = Sentinellymphknoten) entweder durch einen blauen Farbstoff oder mittels Radionuklid markiert, aufgesucht und entfernt. Noch während der Operation wird dieser Lymphknoten von einem Pathologen untersucht. Sind im Wächterlymphknoten keine Tumorzellen nachweisbar, müssen keine weiteren Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt werden. Bei Vorhandensein von Tumorzellen im Wächterlymphknoten werden weitere Lymphknoten entfernt und untersucht.

2. Bestrahlung

Nach der Operation und bei befallenen Achsel-Lymphknoten sollte eine anschließende Bestrahlung erfolgen. Diese wird in den meisten Fällen ambulant über fünf Wochen durchgeführt.

3. Systemische Therapie

Neben der lokalen Operation und Bestrahlung wirkt die Systemische Therapie auf den ganzen Körper ein. Medikamentös wird dadurch der Ansiedelung von Krebszellen in anderen Organen entgegengewirkt und gleichzeitig dem Wiederauftreten von Brustkrebs vorgebeugt. Wir erstellen einen individuellen Therapieplan – je nach Beschaffenheit des Tumors. Sinnvoll können eine Chemotherapie, antihormonelle Therapie sowie moderne, zielgerichtete Therapien sein, die nach dem neuesten Stand der Wissenschaft zum Einsatz kommen.

Die systemische Therapie kann auch bereits vor der Operation sinnvoll sein, was als neoadjuvante Therapie bezeichnet wird. So können vor allem größere Tumore verkleinert werden, aber auch vorab das Ansprechen auf die Therapie besser beurteilt werden.

Wie geht man mit einer genetischen Vorbelastung um?

In manchen Familien kommt es zu einem gehäuften Auftreten von Brustkrebs. In diesen Fällen bieten wir eine genetische Beratung an, die folgende Schritte umfasst:

1. Informations­­gespräch und Erstellung eines Familien­­stamm­baums

Wenn sich in diesem Gespräch der Verdacht auf erblich bedingtem Brust- oder Eierstockkrebs bestätigt, leiten wir die weiteren Schritte ein.

2. BRCA1/2-Test

Eine Untersuchung der Brustkrebsgene.

3. Gen-Panel

Ein Gen-Panel untersucht mehrere Risikogene, die auf eine Erkrankung hindeuten können.

Unsere Brustkrebs-Spezialistin Ass. Prof. in Dr.in Daphne Gschwantler-Kaulich kooperiert besonders eng mit dem Diagnosezentrum Urania. So schaffen wir eine besonders rasche Abklärung inklusive Biopsie. Wird eine Brustkrebserkrankung diagnostiziert, starten wir umgehend mit der Behandlung.

4. Systemische Therapie und/oder Operation

Ass. Prof. in Dr.in Daphne Gschwantler-Kaulich leitet auf Basis der Diagnose die notwendigen Schritte ein. Sie werden bestmöglich umsorgt und natürlich inklusive Nachsorge von unserer Spezialistin betreut.

15. Mai 2019

PRAEVENIRE LIVE-BLOGGERTALK "Krebs"

Beim PRAEVENIRE Bloggertalk am 15. Mai 2019 wurde das Thema Krebs umfassend besprochen. Unter den Talk-Gästen war Prof. Dr. Gschwantler-Kaulich mit Ihrer Fachexpertise insbesondere zu Brust- und Eierstockkrebs sowie die Rolle der Genetik. Sehen Sie hier das gesamte Gespräch:

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Wir sind telefonisch Montag bis Donnerstag von 9:00 bis 21:00 Uhr und Freitag bis 20:00 Uhr unter +43 1 5333 654, sowie jederzeit über unsere Online Terminvereinbarung und das folgende Kontaktformular erreichbar.

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