Gebärmuttermyome

Bei so einem Befund verschlägt es einem vorerst einmal die Sprache: Ein Knoten in der Gebärmutter? Und das im besten Alter – was wird jetzt aus meinem Kinderwunsch?

Atmen Sie zuerst einmal ganz ruhig durch: Zirka 30% der Frauen über 30 Jahren sind davon betroffen, viele wissen gar nichts von ihrem kleinen, gutartigen Gast im Untergeschoß. Er kann allerdings auch störend sein. Wann und warum es Zeit ist, Myome zu behandeln, erfahren Sie hier.

Was sind Myome?

Myome sind gutartige Knotenbildungen der Gebärmuttermuskulatur. Sie können sehr groß und in Extremfällen bis zu mehreren Kilogramm schwer werden. Gebärmuttermyome kommen v.a. im gebährfähigen Alter vor, typisch ab einem Alter von 30 Jahren aufwärts.

Die Ursachen für die Entstehung von Gebärmuttermyomen ist noch nicht vollständig geklärt, man geht von einer genetischen Veranlagung in Kombination mit hormonellen Gründen aus.

Mit den Wechseljahren reduzieren sie ihr Wachstum und verkleinern sich meistens, da die hormonelle Stimulation wegfällt. Nach Eintritt der Menopause entstehen keine Myome, wenn sich zuvor keine entwickelt haben.

Welche Arten von Myomen gibt es?

Je nach Lokalisation der Myome unterscheidet man folgende Typen:

  • Myome, die sich in Richtung Gebärmutterhöhle wölben (sog. submuköse Myome, Typ 0-3),
  • Myome innerhalb der Gebärmutterwand (spg. intramurale Myome, Typ 3-6) und
  • Myome, die in Richtung Bauchraum hervorstehen (sog. subseröse Myome, Typ 7).

Am häufigsten ist das intramurale Myom.

Auf welche Symptome muss ich achten?

Myome können je nach Lokalisation, Grösse und Anzahl unterschiedliche Symptome machen. Viele Myome machen aber gar keine Beschwerden und werden rein zufällig im Rahmen einer gynäkologischen Ultraschalluntersuchung diagnostiziert.

Die Anzeichen schwanken deutlich in Größe, Lokalisation und Zahl der Myome:

  • Verlängerte und ungewohnt schmerzhafte Menstruationsblutung.
  • Zwischenblutungen
  • unerfüllter Kinderwunsch oder wiederholtes Abortgeschehen
  • Müdigkeit und Leistungsabfall
  • Rückenschmerzen
  • Unterbauchschmerzen
  • Verstopfung
  • Blasenbeschwerden mit vermehrtem Harndrang

Ist mein Kinderwunsch bzw. meine Schwangerschaft gefährdet?

Je nach Lage oder Sitz können Myome Ursache für Unfruchtbarkeit bzw. gehäufte Fehlgeburten sein, selten auch ein Geburtshindernis darstellen. Vor allem in der Gebärmutterhöhle sitzende Myome können die Einnistung einer Schwangerschaft behindern. Auch  Myome in der Gebärmuttermuskulatur können bei einer Größe über 4 cm Durchmesser zu einer verminderten Fruchtbarkeit führen, speziell bei geplanter künstlicher Befruchtung.

Üblicherweise müssen Myome, wenn sie zuvor keine Beschwerden mit sich gebracht haben, auch während einer Schwangerschaft nicht behandelt werden. Die Wucherungen können jedoch in dieser Zeit aufgrund des erhöhten Östrogenspiegels schneller wachsen. Beschwerden bzw. Komplikationen verursachen durchwegs Myome, die über 4 cm groß sind. So kann es etwa zu Lageanomalien des Kindes kommen. Liegt das Myom nahe dem Muttermund, wird meist ein Kaiserschnitt empfohlen.

Auch vorzeitige Wehen sind mögliche Komplikationen. Bei submukösen Myomen (unter der Gebärmutterschleimhaut liegend) können Risiken einer Eileiterschwangerschaft oder einer Fehlgeburt hinzukommen. Große intramurale Myome können im Zuge der Geburt einen hohen Blutverlust mit sich bringen. Myome gehen nicht mit der Plazenta ab, sondern bleiben in ihrer Ausgangslage. Sie verringern sich jedoch üblicherweise wieder auf ihre ursprüngliche Größe.

Können Myome bösartig werden?

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich aus einem Myom ein bösartiger Tumor (Sarkom) entwickelt, ist extrem gering und liegt bei 0,001 %. Sarkome bilden sich am Uterus, dies vor allem in der Postmenopause, allerdings sehr selten. Daher sollte man eine Hormonbehandlung gegen Myome nur in der Prämenopause durchführen. Ein Sarkom entsteht jedoch aus anderen Ursachen, die nicht mit dem Auftreten von Myomen in Zusammenhang stehen.

Welche Therapie gibt es?

Bei Beschwerden wie Blutungsstörungen, unerfülltem Kinderwunsch oder Verdrängungsbeschwerden erfordern Myome hormonelle/konservative oder chirurgische Maßnahmen. Entscheidungsfaktoren für die richtige Therapie: Alter, Ihr Therapiewunsch (z.B.: noch Kinderwunsch?), Größe und Lage des/der Myome. Welche Beschwerden verursachen die Myome? Oft reicht eine Ultraschall-Beobachtung. In sehr seltenen Fällen kann eine bösartige Entartung (Sarkom) auftreten welche durch eine Operation behandelt werden sollte.

Konservative Therapie

In vielen Fällen kann eine hormonelle Therapie zur Linderung der Beschwerden führen. Bei Blutungsstörungen können  in erster Linie die Hormonspirale, manchmal Gestagene (Gelbkörperhormone) oder spezielle Hormonpräparate wie Esmya erfolgreich eingesetzt werden.

Ulipristalacetat Esmya

Seit 2012 steht mit Ulipristalacetat Esmya,,einem Selektiven Progesteron-Rezeptor-Modulator (SPRM), die erste medikamentöse Behandlungsmöglichkeit für Myome in Tablettenform zur Verfügung.

  • Blockade der Rezeptoren des Hormons Progesteron in der Gebärmutter
  • Stoppung der Zellteilung der hormonempfindlichen Myomzellen  
  • Absterben und Abbau der Zellen
  • Vorhandene Myome beginnen zu schrumpfen
  • Schnelle Blutungskontrolle (Minimierung/Hinderung)
  • Verbesserung der Beschwerden durch das Schrumpfen der Myome und die Hinderung der Blutung
  • Behandlungsdauer: 12 Wochen, bei Bedarf einmalige Wiederholung.
  • auch zur präoperativ effektiven Verkleinerung der Myome geeignet

Esmya stellt eine gute Möglichkeit dar, um konservativ starke Blutungen in den Griff zu bekommen oder auch um präoperativ die Grösse der Myome so zu reduzieren, dass der chirurgische Eingriff schonender und leichter durchführbar ist.

Da es einige Kontraindikationen bei der Verschreibung des Medikamentes gibt, ist allerdings nicht jede Frau für diese Art der Therapie geeignet. Hier bei Woman&Health werden sie diesbezüglich kompetent und fachspezifisch korrekt beraten.

GNRH Analoga

Eine ältere und aufgrund der höheren Nebenwirkungen wie Scheidentrockenheit, Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen seltener angewandte Therapie:

meist als monatliche Spritze verabreicht
Reduktion der Hormonproduktion in den Eierstöcken (eine Art künstliche Menopause).
Zur Größenreduktion der Myome.
Nach Absetzen der Therapie kann es jedoch zu einem Wiedereinsetzen des Wachstums auf die Originalgröße kommen.

Meist werden GNRH Analoga vor einer chirurgischen Therapie zur Reduktion von Myom- bzw. Uterusgrösse eingesetzt. Weiters auch zur Korrektur einer durch die stärkere Menstruation hervorgerufenen Blutarmut, sowie für einen niedrigeren intraoperativen Blutverlust. Als alleinige Therapie werden GNRH Analoga jedoch meist nur knapp vor der natürlichen Menopause eingesetzt.

Welche Operations­verfahren gibt es?

Myome der Gebärmutterhöhle:

Werden mittels Gebärmutterspiegelung eingesehen und entfernt. Der Operationszugang erfolgt hier über die Scheide und hinterlässt keinerlei Narben.

Alle anderen Typen:

Ausschälung im Rahmen einer Bauchspiegelung (größenabhängig)

Sehr große Myome:

Entfernung oft nur mittels Bauchschnitt möglich. Manchmal kann eine vor der Operation durchgeführte Hormonbehandlung sinnvoll sein, um danach Gebärmutter-erhaltend operieren zu können.

Myomembolisation:

Blockade mittels Gelatinepartikel mittels einen Katheter über die Beinvene. Langfristige Beobachtungsstudien fehlen jedoch, ernste Nebenwirkungen sind aber selten. Zirka 80% aller so therapierten Frauen zeigen eine Verbesserung ihrer Beschwerden bzw. berichten von einer Lebensqualitätssteigerung.

Nachteile der Myomembolisation:

  • manchmal länger anhaltende Schmerzen
  • die Myome werden kleiner, verschwinden jedoch nicht
  • mitunter: Abnahme der Eierstockdurchblutung und damit zu einer Verminderung der Eizellreserve mit eventueller früheren Menopause
  • Dieses Vorgehen ist daher für Frauen mit noch nicht abgeschlossenem Kinderwunsch nicht zu empfehlen.

Gebärmutterentfernung:

In manchen Fällen stellt die Entfernung der Gebärmutter die einzig sinnvolle Therapie dar, v.a. wenn andere Therapiemöglichkeiten fehlgeschlagen sind, wenn die Frau aufgrund ihrer Myome einen hohen Leidensdruck, starke Blutungen oder sonstige die Lebensqualität einschränkende Symptome aufweist. Weiters wird bei bösartigen Tumoren die Gebärmutter entfernt.

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