Knoten in der Schilddrüse sind ausgesprochen häufig – mit zunehmendem Alter findet man sie bei einem Großteil der Menschen. Die meisten werden zufällig entdeckt, etwa bei einer Ultraschalluntersuchung des Halses aus ganz anderem Anlass.
Das Wichtigste vorweg: Weit über neunzig Prozent aller Schilddrüsenknoten sind gutartig. Aufgabe der Abklärung ist es, die wenigen auffälligen sicher herauszufinden – und alle anderen in Ruhe zu lassen.
Kleine Knoten machen keine Beschwerden. Größere oder eine insgesamt vergrößerte Schilddrüse können sich bemerkbar machen durch:
Am häufigsten fällt ein Knoten aber ohne jedes Symptom auf – im Ultraschall, der aus anderem Grund gemacht wurde.

Im Ultraschall beurteilen wir jeden Knoten nach denselben Merkmalen: Größe, Form, Begrenzung, Echomuster, Verkalkungen und Durchblutung. Daraus ergibt sich eine Risikoeinschätzung, die international einheitlich beschrieben wird.
Parallel bestimmen wir das TSH. Ist es unterdrückt, spricht das für einen hormonproduzierenden – „heißen“ – Knoten. Dann folgt eine Szintigraphie, die wir mit einem nuklearmedizinischen Zentrum organisieren.
Die Begriffe stammen aus der Szintigraphie und beschreiben, ob ein Knoten Hormone produziert:
Eine Feinnadelpunktion ist keine Routine für jeden Knoten. Wir empfehlen sie, wenn der Ultraschall Risikomerkmale zeigt – etwa ein sehr echoarmes Muster, Mikroverkalkungen, unscharfe Ränder oder eine Form, die höher als breit ist – oder wenn ein unauffälliger Knoten eine bestimmte Größe überschreitet.
Bei einem klar gutartig wirkenden, kleinen Knoten ist Kontrollieren die bessere Entscheidung als Punktieren. Wie eine Feinnadelpunktion abläuft, lesen Sie unter Diagnostik.
Struma ist keine Diagnose
„Struma“ bedeutet nur, dass die Schilddrüse vergrößert ist. Die Ursache kann Jodmangel sein, eine Autoimmunerkrankung, ein Knotenwachstum oder auch eine vollkommen harmlose Anlage. Erst Labor und Ultraschall sagen, worum es sich handelt – und ob überhaupt etwas zu tun ist.
Der häufigste Fall: Der Knoten ist unauffällig, die Werte sind normal, und wir kontrollieren ihn in einem festgelegten Abstand – je nach Größe und Ultraschallbild alle sechs bis vierundzwanzig Monate.
Führt ein Knoten zu einer Überfunktion, behandeln wir diese. Ist er auffällig oder verdrängt er durch seine Größe Luft- oder Speiseröhre, besprechen wir eine Operation und vermitteln Sie an eine spezialisierte Chirurgie – die Nachbetreuung übernehmen wieder wir.
Nein, im Gegenteil: Die meisten Knoten werden nur beobachtet. Operiert wird, wenn ein Verdacht auf Bösartigkeit besteht, wenn ein Knoten so groß ist, dass er Beschwerden macht, oder wenn eine Überfunktion anders nicht in den Griff zu bekommen ist.
Viele bleiben über Jahre unverändert. Manche wachsen langsam, einzelne schrumpfen sogar. Genau deshalb kontrollieren wir – nicht, weil eine Verschlechterung zu erwarten wäre, sondern um eine Veränderung früh zu bemerken.
Eine Neigung zu Knoten und Struma liegt tatsächlich häufig in der Familie. Erwähnen Sie im Gespräch daher bitte, ob Mutter, Schwester oder Großmutter Schilddrüsenprobleme hatten – das beeinflusst, wie engmaschig wir kontrollieren.
Ihren Termin im Woman & Health Schilddrüsenkompetenz-Zentrum vereinbaren Sie bitte telefonisch. Wir klären vorab, welche Befunde Sie mitbringen sollten, und finden den passenden Termin an einem unserer beiden Standorte im 1. Bezirk.
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