Hormonersatztherapie – bioidentische Hormone?

In den letzten Jahren wurden für die Hormonersatztherapie der Wechseljahre gänzlich neue Ansätze gefunden: Aktuelle Studien zeigen Vorteile der heutigen modernen Hormonersatztherapie  mit  Einsatz möglichst niedrigdosierter natürlicher Hormone. In manchen Büchern und pseudowissenschaftlichen Artikeln werden diese Hormone auch als "bioidentische“ Hormone bezeichnet, ihnen eine deutliche Verringerung hormonell bedingter Risiken zugeschrieben. Aus wissenschaftlicher Sicht ist dies jedoch haltlos. Die in der modernen Hormonersatztherapie eingesetzten Sexualhormone sind freilich ident den körpereigenen – also bioidentische Wirkstoffe, welche mit den Hormonen, die der Körper selbst herstellt, strukturell und funktionell identisch sind. Daher können sie auch an unsere Hormonrezeptoren andocken und ihre Wirkung entfalten. Gemeint sind im engeren Sinn vor allem Sexualhormone wie Estradiol, Progesteron und weitere.  Bioidentisch hat in diesem Sinne nichts mit pflanzlich zu tun.

Exakte Anamnese, Messung der relevanten Parameter mittels Blutuntersuchung, umfangreiche Aufklärung und individuelle Therapieplanung  ist unser Credo. 

Moderne Hormonersatztherapie setzt sich aus folgenden Prinzipien zusammen:

1. Einsatz körpereigener Hormone

Dies gilt sowohl für die Östrogene, wie auch für das Gelbkörperhormon. In den großen Hormonstudien (die ein erhöhtes Brustkrebsrisiko zeigten) wurden vor allem Östrogene aus Pferde-Urin in Kombination mit einem synthetischen Gelbkörperhormon verwendet.

2. Dosisreduktion

Heute weiß man, dass die in den großen Hormonstudien verwendeten Hormonpräparate deutlich überdosiert waren. Mittels der bioidentischen Hormonersatztherapie in unterschiedlich niedrigen Dosierungen (Low-dose, bzw. Ultra-low-dose) sinken auch die Nebenwirkungen. Das Prinzip ist – so gering dosiert wie möglich, jedoch soviel, dass die Wechselbeschwerden erfolgreich therapiert werden. Die Therapie sollte so kurz wie möglich, jedoch so lange wie erforderlich verabreicht werden. Ein individuelles Therapiemanagement mit enger Zusammenarbeit zwischen Patientin und Arzt ist unbedingt erforderlich.

3. Zufuhr köpereigener Östrogene über die Haut

Durch diese Methode kann der Prozess über den Leberstoffwechsel umgangen werden. Dadurch wird die Entstehung von krebserregenden Stoffwechselprodukten weitgehend reduziert. Zudem kommt es durch die transdermale Zufuhr (über die Haut) von Östrogenen zu einer Verringerung des Thromboserisikos, ein Effekt der durch den zusätzlichen Einsatz von natürlichem Progesteron (Gelbkörperhormon) weiter minimiert wird. 

4. Individualisierung der Therapie 

Aufgrund unterschiedlicher genetischer Ausstattungen werden Hormone entsprechend individuell aufgenommen und im Stoffwechsel umgesetzt. 

Jede Frau benötigt eine ebenso individuell abgestimmte Dosierung wie Anwendung. Es stehen verschiedene Formen zur Verfügung:

  • Pflaster (diese unterscheiden sich in Größe, Material, Resorptionsfähigkeit)
  • Gels
  • Cremes

5. Berücksichtigung sogenannter "zeitlicher Fenster" – Windows of Opportunity

Therapiebeginn unbedingt mit Beginn der Wechselbeschwerden

Östrogene schützen vor Herzkreislauferkrankungen und Arteriosklerose. Allerdings gilt dieser Schutz nur für jene Gefäße, die noch keine Verkalkungen (arteriosklerotische Plaques) aufweisen. Sind solche bereits vorhanden, können die Plaques unter Hormoneinfluss instabil werden, und in der Folge zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen führen. Eine Hormonsubstitution sollte daher möglichst frühzeitig begonnen werden. Man nennt dies „window of opportunity „ – die Wirksamkeit zeigt sich meist bis zum Alter von 55 Jahren. 

Manche Frauen vertragen die orale (in Tablettenform) - klassische - Hormonersatztherapie deutlich besser. Auch für diese gelten folgende Grundsätze:

  • individuelle Einstellung
  • niedrige Dosierung 
  • Verwendung möglichst natürlicher Östrogene

Die Hormonexperten von Woman & Health stellen das breiteste Spektrum an Anwendungsformen zur Verfügung. Diese werden nach genauen Hormonstatus in individuellen Beratungsgesprächen ermittelt und den Bedürfnissen der Patientinnen entsprechend verabreicht.

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