25.10.2019

”Humane Papillomaviren": Alles was man über HPV-Infektionen wissen muss

Die HPV-Infektion zählt zu den häufigsten übertragbaren Geschlechtskrankheiten der Welt. Schätzungen zufolge stecken sich 4 von 5 Menschen im Laufe ihres Lebens mit den Viren an. Infektionsfolgen sind bei Frauen häufiger als bei Männern.

HPV (Humane Papillomaviren) sind Viren, die Schleimhaut und Hautzellen befallen und hauptsächlich (jedoch nicht nur) durch sexuellem Kontakt übertragen werden, wobei der Hautkontakt reicht. Deshalb schützen auch Kondome nur bedingt vor einer Ansteckung. HPV kann zu chronischen Entzündungen am Gebärmutterhals, der Scheide und der Vulva führen. In seltenen Fällen kann auch der Anus und Hals-Rachenraum betroffen sein – diese Entzündungen heilen jedoch oftmalig von selbst und unbemerkt aus. Vor allem „High-Risk“ HP-Viren können aber bei persistierender Infektion Krebsvorstufen – sogenannte Dysplasien - und in weiterer Folge Krebs verursachen. Ist das Immunsystem stark genug, kann der Virus auch unbemerkt wieder ausheilen. Bei jungen Menschen kommt es meist in den ersten 8-12 Monaten zu einer „HPV Clearence“ (zu einer Selbstheilung). Im Vergleich zu vielen anderen Infektionskrankheiten wird der menschliche Körper nach einer Ansteckung und Ausheilung des Virus gegen diesen nicht immun, weshalb man sich immer wieder von Neuem anstecken kann.

  • Niedrigrisiko-Virustypen:

Bei einer HPV-Infektion wird der Virus in Niedrig- und Hochrisiko-Gruppen eingeteilt: Niedrigrisiko-HP-Virustypen haben bei Frauen meist gutartige, aber unangenehme Veränderungen im Genitalbereich sowie am Gebärmutterhals zur Folge. Jene Hautveränderungen, wie etwa Genitalwarzen (Kondylome), sind harmlos, können jedoch Beschwerden wie Schmerzen oder Juckreiz und Brennen verursachen und verschwinden oft auch ohne Behandlung wieder (trotzdem sollte frau hierbei unbedingt einen Gynäkologen/eine Gynäkologin aufsuchen). Kondylome sind weiß, grau oder hautfarben und treten meist im Genitalbereich auf. Die HP-Viren HPV 6 und HPV 11 werden in den meisten Fällen beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen und sind in 90% aller Fälle für Genitalwarzen verantwortlich.

  • Hochrisiko-Virustypen:

Hochrisiko-HP-Virustypen können das Risiko bestimmter Krebserkrankungen, wie Gebärmutterhalskrebs und in seltenen Fällen auch das Risiko, an Tumoren an der Scheide, dem Penis oder dem After zu erkranken, erhöhen. Vor allem die HPV-Typen 16 und 18 sind sehr aggressiv und führen häufiger zu einer Persistenz und Krebsvorstufen als andere High-Risk-Typen. Da der Prozess von der Zellveränderung nach der Ansteckung mit HPV bis hin zur Krebserkrankung mehrere Jahre dauern kann, ist es besonders wichtig, jährlich einen Krebsabstrich und einen HPV-Abstrich beim Gynäkologen/der Gynäkologin durchführen zu lassen. Hierbei wird die Oberfläche des Gebärmutterhalses im Rahmen des vollkommen schmerzfreien „PAP-Tests“ mit einem kleinen Bürstchen abgeschabt und die Zellen unter dem Mikroskop auf Veränderungen untersucht.

PAP-Test:

Der PAP-Abstrich wird im Rahmen der jährlich empfohlenen gynäkologischen Vorsorge-Untersuchung durchgeführt. Sind die Befunde auffällig, wird eine Spiegelung des Gebärmutterhalses durchgeführt und bei Bedarf eine Gewebeprobe entnommen. Wird durch den PAP-Test eine Infektion mit den Hochrisiko-HP-Virustypen festgestellt, heißt dies jedoch keinesfalls, dass die Betroffene an Krebs erkranken wird – es wird lediglich das Risiko statistisch erhöht. In diesem Fall ist es besonders wichtig, immer wieder zu Kontroll-Untersuchungen zu gehen.

Seit kurzem führen wir bei „Woman&Health“ im Rahmen der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung auch regelmäßig HPV-Abstriche vom Gebärmutterhals durch. Hierbei ist es möglich, genau den HP-Virustyp zu identifizieren. Die HPV-Cotestung zum PAP-Abstrich erhöht die Treffsicherheit und Genauigkeit zu Erkennung von Krebsvorstufen.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

Der menschliche Körper schafft es in den meisten Fällen selbst, den Virus zu bekämpfen, ohne dass der/die Betroffene etwas davon merkt. Gelingt dies nicht, gibt es wenig Therapien. Der „Immunmodulator Immiquimod“ kann HPV-Infektionen eventuell heilen, wird jedoch meist nur für Hautwarzen eingesetzt, da er bei intravaginaler Anwendung oft sehr aggressiv und nebenwirkungsreich ist. Andere Therapien zielen darauf ab, lokal die Immunabwehr zu stärken - wie etwa die hochdosierte Gabe von Mikroselen oder Vitamin D als Vaginalzäpfchen und die Entfernung und Behandlung von Hautveränderungen, wie den Genitalwarzen. In den meisten Fällen werden HP-Viren zwar durch Geschlechtsverkehr übertragen, jedoch kann auch enger Hautkontakt zu einer Ansteckung führen, weshalb der einzige 100% sichere Weg, sich zu schützen, eine HPV-Impfung ist. Diese sollte im besten Fall bereits vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchgeführt werden, kann aber auch noch danach vorgenommen werden - auch schon nach stattgefundener HPV-Infektion. Der Impfstoff wird für alle Frauen bis zum 45. Lebensjahr empfohlen. Für Mädchen und Knaben wird er vom 9. bis zum 12. Lebensjahr von der Krankenkasse gezahlt. Die neue NEUNFACH-Impfung schützt vor den 9 häufigsten und aggressivsten HP-Viren, deckt damit die häufigsten Virustypen ab und reduziert die Ansteckung um bis zu 90 %.

TIPP: Regelmäßig einen PAP-Krebsabstrich durchführen zu lassen, schützt vor den möglichen Folgeerkrankungen einer HPV-Infektion. Rechtzeitig erkannt, können Krebsvorstufen gut bekämpft werden.

 

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