Konisation
Unter Konisation versteht man einen kleinen operativen Eingriff. Dabei wird ein kegelförmiges Gewebestück im Bereich des äußeren Muttermundes entfernt. Durch die Konisation wird eine Krebsvorstufe innerhalb von gesundem Gewebe entfernt. Die Größe des Gewebekegels richtet sich sowohl nach dem Alter der Patientin, als auch nach dem erhobenen Befund.
Es gibt drei Arten, um eine Konisation durchzuführen :
- Messerkonisation mit einem Skalpell
- Laserkonisation
- LLETZ-Konisation - mit einer elektrischen Schlinge
Heute gilt die LLETZ-Schlingen-Konisation als Methode erster Wahl, da sie schonender ist als die anderen beiden Methoden. Bei einer LLETZ-Schlingen-Konisation muss am wenigsten Gewebe entfernt werden, und das Risiko möglicher Spätfolgen - wie ein erhöhtes Frühgeburtsrisiko – kann minimiert werden.
In Österreich ist die Konisation üblicherweise mit einem zwei- bis dreitägigen Krankenhausaufenthalt verbunden - dies vor allem aus verrechnungstechnischen Gründen.
Bei Woman & Health wird – wie international üblich - die LLETZ-Schlingen-Konisation ambulant mittels einer kurzen, sanften Allgemeinnarkose durchgeführt. Die Aufenthaltsdauer in unserer Klinik beträgt etwa drei Stunden, danach können Patientinnen problemlos nach Hause gehen. Nach dem Eingriff ist zu Hause Bettruhe angesagt. Am Folgetag ist eine Kontrolle in unsere Klinik unbedingt notwendig.
Nach der Konisation kann es zu leichten Blutungungen oder einem rötlich/bräunlichen Ausfluss kommen, beides hält maximal 2-3 Wochen an. In diesem Zeitraum sollte auf Tampons, Schwimmen, bzw. Vollbäder und Geschlechtsverkehr verzichtet werden. Selten kommen stärkere Nachblutungen vor.
Wann sollte eine Konisation durchgeführt werden?
Früher wurden Konisationen bei krankhaft verändertem Krebsabstrich (PAP IIID, PAP IV) sofort ausgeführt. Neue Studien zeigen jedoch, dass dieser - wenn auch kleine Eingriff - in nachfolgenden Schwangerschaften mit einem erhöhten Fehl- und Frühgeburtsrisiko assoziiert ist.
Bei auffälligem Krebsabstrich (PAP IIID, PAP IV) sollte zunächst immer eine Kolposkopie (Lupenuntersuchung des Muttermundes) mit darauffolgender Probeentnahme (Biopsie) durchgeführt werden.
Der nach der Biopsie erhobene histologische Befund bestimmt das weitere Vorgehen:
CIN I – geringgradige Krebsvorstufe (Dyslasie)
Bei einer CIN 1 ist die Spontanheilungsrate relativ hoch, allerdings spielt das Alter dabei eine wesentliche Rolle. Bei Frauen unter 30 Jahren liegt sie bei ca. 75-80 %, bei Frauen über 30 Jahren bei ca. 55 %. Daher kann man bei einer CIN I bis zu 2 Jahren, bei regelmäßigen unerlässlichen Kontrollterminen alle 3- 6 Monate, zuwarten, ob die Selbstheilung erfolgt.
CIN II - mäßiggradige Krebsvorstufe
Bei einer CIN II besteht eine Rückbildungsrate von ca. 40 %. Auch hier ist die Heilungsrate altersabhängig. Bei einer CIN II kann durch die Einhaltung regelmäßiger Kontrolltermine bis zu einem Jahr abgewartet werden, sofern dies auch der bevorzugte Wunsch der Patientin ist.
CIN III - hochgradige Krebsvorstufe
Wird bei einer Probexcision eine hochgradige Krebsvorstufe, die so genannte CIN III, diagnostiziert, ist eine Konisation notwendig. Die Spontanheilungsrate ist zu gering, das Risiko einer Progression zum beginnenden Gebärmutterhalskrebs beträgt über 50 %.
In der Regel dauert es aber ca. 5 Jahre bis eine CIN III in ein Zervixkarzinom übergeht.
Für Rückfragen steht Ihr Woman & Health Gynäkologenteam jederzeit zu Verfügung.
